Der Captain und Roger van Dyke folgten dem Sicherheitsoffizier mit zügigen Schritten durch die Flure der Station Merlin. Diese befand sich immer noch im Alarmzustand und die Crewmitglieder eilten durch die Gänge und Hallen um benötigte Ersatzteile an die Reparaturorte zu bringen. Einige der Wandvertäfelungen waren abgenommen worden um durchgebrannte optronische Bahnen zu ersetzen und die Computerleitsysteme wieder in Gang zu setzen. Viele der Beleuchtungselemente blinkten nervös und deuteten darauf hin, dass das Energieversorgungszentrum erhebliche Schäden davongetragen hatte. Einen weiteren Angriff dieser Stärke würde die Station im derzeitig geschwächten Zustand nicht überstehen. Sie bogen in einen Seitengang ein, der an seinem Ende im Ringkorridor mündete, welcher dem Verlauf der Außenhülle folgte. Diverse Trümmerteile von abgesprengten Wandteilen und geplatzte Beleuchtungseinheiten lagen auf dem Boden. Von der Decke hingen überall Kabel herunter, die an Ihren ausgefransten Enden noch immer Lichtsignale weitergaben, die durch den Verbindungsabriss im Nichts endeten. Einige der Fenster waren durch großflächige Notschotten abgedeckt und mit Hydrostempeln abgesichert. Anscheinend hatte die Außenhülle doch an manchen Stellen nachgegeben. Endlich erreichten Sie eine große Tür, die sich unter lautem Zischen nur noch langsam öffnete. Der Konferenzraum war mittels einer mobilen Energiezelle notdürftig beleuchtet und an dem runden Tisch in der Mitte saßen sechs Personen. Die Flagge der Föderation hing als kleiner Wimpel an einem 50 cm hohen Fahnenmast in der Mitte des Tisches und die sonst durch eindrucksvolle Lichtakzente unterstrichene Holztäfelung mit dem Bild des Sonnensystems der Erde wirkte fahl und wie eine billige Kunststoffnachbildung.
Commander Nicolai Graves ein stämmiger schwarzer Mann stand auf und ging auf Wikland zu. „Vielen Dank für Ihren Einsatz Captain Wikland, wir hatten schon fast keine Hoffnung mehr. Die Gegner hatten bereits nach wenigen Minuten unseren kleinen Phaseremitter ausgeschaltet und ab da konnten wir nur noch hoffen, dass Hilfe kommt. Gegen eine solche Streitmacht sind wir einfach nicht gewappnet.“ Wikland nickte kurz mit dem Kopf und erwiderte die Worte des Commanders mit einem zuversichtlichen Lächeln. „Nun, dass wir noch rechtzeitig hier eintreffen konnten verdanken wir unserem neuen ersten Offizier...“ und damit deutete er auf van Dyke, der neben ihm stand, „...der uns mit einer ganz besonderen Taktik von einem im wahrsten Sinne des Wortes ‘fesselnden’ Erstkontakt befreit hat, aber wer zum Teufel sind diese Kerle, die hier einen solchen Tanz veranstalten.“ Commander Graves drehte sich zum Tisch und sagte: “Nun das erklärt Ihnen am besten Erek Kanor der Präsident von Sakras 5. Seine Begleiter sind Timor Ballat der Vizepräsident, Simas die Regierungsrätin, Avallia Sen die Kanzlerin der südlichen Hemisphäre und Rikor Bast der Berater der Regierungsplanung.“ Stellte der Commander die anderen Anwesenden vor, die sich beim Nennen ihres Namens erhoben und leicht verbeugten. „Auch wir möchten uns bedanken...“ begann Erek Kanor der den Captain mit seinen langen braunen Haaren, der dunklen Brille und den weiten bunten Gewändern die er trug sehr an eine längst verblasste Ära der guten alten Erde erinnerte „...dass Sie sich bereit erklärt haben, uns zur Hilfe zu kommen.“
Auf dem Gesicht des Captains zogen kurz dunkle Schatten auf. Mit fester Stimme richtete er sich dann an Erek Kanor, „Zunächst möchte ich einmal klarstellen, dass wir nicht wegen Ihnen gekommen sind, sondern weil eine Station der Föderation in feindliche Aktionen verwickelt wurde. Von Ihnen erwarte ich jetzt eine Aufklärung dieser ganzen Situation und dann werde ich entscheiden ob wir Ihnen helfen oder lediglich unser Eigentum unter Schutz stellen.“ Enttäuschung machte sich auf den Gesichtern der Sakranianer breit und Rikor wollte schon zu einem heftigen Wortgefecht anheben als ihn Avallia Sen am Arm zog und ihm bedeutete sich zurückzuhalten. Die kleine Geste der jungen Frau war Wikland aufgefallen und er schenkte ihr einen wohlwollenden Blick, den sie mit einem höflichen Senken Ihres schönen Hauptes verlegen zur Kenntnis nahm. Die junge Frau hatte eine atemberaubende Figur und ein fein gezeichnetes Gesicht. die Strähnen ihres silbrig-braunen Haares umrahmten ihre Augen wie ein Schleier und gaben ihnen etwas Geheimnisvolles. Wikland fragte sich, wie eine so junge Frau zu dem Amt als Kanzlerin eines ganzen Staates kommen konnte. Verglichen mit den Frauen der Erde würde er ihr Alter auf ca. 24 Jahre schätzen.
„Selbstverständlich haben Sie Recht Captain. Es steht uns nicht zu uns anzumaßen, Sie seien wegen uns gekommen, dennoch haben wir von Ihrer Hilfe profitiert. Aber zunächst möchte ich Ihre Fragen beantworten. Die Angreifer sind Mitglieder einer militanten Gruppe, die aus politisch motivierten Gründen gegen die derzeitige und rechtmäßig bestimmte Regierung opponieren. Dabei schrecken sie, wie Sie gesehen haben auch vor brutalen und bedingungslosen Angriffen nicht zurück. Seit mehr als neun Jahren wird die Arbeit des Rates durch diese Splittergruppe behindert, die durch Ihre Terroranschläge, Angriffe und Befreiungskämpfe die sogenannte ‘wahre’ Stimme des Volkes verkünden will. Sie nennen sich ‘Energie der Freiheit’ und wollen dadurch den Bewohnern unseres Heimatplaneten einreden, dass sie unter der gegenwärtigen Führung gegeißelt werden.“ Erklärte die junge Frau nun. Avallia stand auf und holte einen lederartigen Köcher der an der Wand stand. Sie öffnete den Verschluss, der mit handgefertigten Metallbeschlägen versehen war und entnahm zwei große Papierrollen, die sie auf dem Tisch ausbreitete. Sie zeigten die einzelnen Kontinente mit den bewohnten Gebieten und den jeweiligen Regierungsformen. „Unser Regierungssystem basiert auf uralten überlieferten Regeln, die von den Arbeitern und Priestern erstellt wurden. So ist es den einzelnen Staaten, insgesamt 66, freigestellt welche Regierungsform Sie wählen. Insgesamt haben wir 14 verschiedene Regierungssysteme, von der Monarchie bis hin zum totalitären Staat. Die Zentralregierung von Sakras 5 wird jedoch durch ein Komitee wahrgenommen, welches vom Volk gewählt wird. Es ist üblich, dass das Komitee in rotierendem Wechsel alle drei Jahre einen Repräsentanten einer anderen Staatsform zum Präsidenten erhebt. Ein Beraterstab, der aus je einem Repräsentanten aus jedem Staat gebildet wird, unterstützt den Präsidenten bei der Entscheidungsfindung. Dies soll verhindern, dass es unter den einzelnen Staaten aufgrund der unterschiedlichen Rechtsformen zu Spannungen kommt.“
Timor Ballat der Vizepräsident erhob sich und erklärte weiter, „Vor elf Jahren sollte nach dem üblichen rotierenden Wechsel wieder ein Vertreter der demokratischen Regierungsform zum Präsidenten bestimmt werden. Die Repräsentanten konnten sich jedoch nicht auf einen entsprechenden Kandidaten einigen und das Komitee beschloss, nachdem man die Nominierungsfrist um zwei weitere Zyklen verlängert hatte, die Demokraten zu übergehen und die nächste Regierungsform zu berücksichtigen. Almatar, ein Vertreter der Monarchie wurde zum Präsidenten ernannt. Für die demokratischen Staaten bedeutete das allerdings, dass Sie nach dem rotierenden System erst in 42 Jahren wieder die Regierungsgeschäfte leiten würden. Einige politische Gruppen waren allerdings der Ansicht, dass somit ihre hochgesteckten Ziele nicht durchzusetzen wären. Sie opponierten zunächst friedlich durch Protestnoten gegen das Komitee und versuchten die Entscheidung rückgängig zu machen, dann griffen sie die damalige Präsidentschaft öffentlich und mit verbalen Verleumdungen an. Die Proteste gipfelten in der Ermordung des Präsidenten, zwei Jahre nach seiner Ernennung. Die restliche Regierungszeit wurde vom Vizepräsidenten bewältigt.“ Wikland nickte mit dem Kopf, „Verstehe, gab es keine Möglichkeit diese Gruppe zu eliminieren oder ruhig zu stellen? haben Sie keine militärischen Eingreiftruppen, die hier für Ordnung sorgen können?“ Simas die Regierungsrätin wechselte einen bedeutsamen Blick mit Commander Nicolai Graves und sagte: „Das was Sie unter militärischen Eingreiftruppen verstehen, gibt es auf unserem Planeten seit 543 Jahren nicht mehr. Das ist auch der Grund dafür, dass wir wegen den immer heftigeren Angriffen auf unserem Planeten diese Station besucht haben und lange Verhandlungen mit Ihrem Commander geführt haben, der uns über die oberste Direktive aufgeklärt hat. Wir wissen keinen Weg, wie wir diesen Konflikt mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln lösen sollen.“
Commander Graves richtete sich an Wikland, „Die Sakranianer haben den offiziellen Antrag gestellt in die Föderation aufgenommen zu werden. Sie sind an kulturellem Austausch interessiert und möchten mit uns Verträge über den wechselseitigen Bedarf von Rohstoffen abschließen. Wir sollen dafür helfen, die Ordnung auf dem Hauptplaneten und den Kolonien wieder herzustellen.“
„Das ist einfacher gesagt als getan...“ ergriff van Dyke das Wort, „...dazu müsste man erst einmal den Standort der Rebellen kennen und die Ausdehnung Ihres Wirkungsbereiches. Das Störfeld welches Kommunikation und Transportersignale unterbindet ist recht stark und zeugt von hohem technologischem Niveau. Das heißt sie müssen mindestens eine Basis haben, von wo aus sie operieren. Dazu kommt, dass es eine Untergrundbewegung ist, die sich sehr selten gemeinsam an einem Ort aufhält und häufig durch Sympathisanten gedeckt wird.“
Wikland stand auf und wandte sich an die Repräsentanten von Sakras 5, wobei sein Blick wiederholt an Avallia Sen hängenblieb. „Ich werde Ihr Anliegen gemeinsam mit Commander Graves erörtern und Ihnen unsere Entscheidung sobald als möglich mitteilen.“ sagte er entschlossen und wählte dabei einen Tonfall der durch seinen autoritären Klang jede weitere Frage abwürgte. Er drehte sich um und bedeutete Graves und van Dyke mit einem Handzeichen, dass er dieses Gespräch gleich im Anschluss führen wollte. Sie verabschiedeten sich von den Sakranianern und verließen den Konferenzraum. Gemeinsam schritten Sie wieder durch die beschädigten Sektionen der Station, begleitet von drei Sicherheitsleuten, die speziell für den Schutz der Gäste abgestellt waren. Sie erreichten einen funktionierenden Turbolift und nachdem alle eingetreten waren gab Graves die knappe Anweisung „OPS“ woraufhin sich der Lift in Bewegung setzte. Nach wenigen Sekunden öffneten sich die Türen und gaben den Blick auf die Operationszentrale frei, die ebenfalls einen sehr mitgenommenen Eindruck machte. In fast jeder Konsole steckte ein Techniker von dem nicht mehr als die Beine zu sehen waren und reparierte, teilweise von unverständliche Flüchen begleitet, die einzelnen Komponenten. „Commander, die Lebenserhaltung ist auf allen Decks wiederhergestellt und die Energiekupplungen für die Hauptleitungen werden gerade ausgetauscht. In 20 Minuten können wir wieder mit der Hauptenergie ans Netz gehen, bis dahin werden die Notstromaggregate halten.“ der junge Fähnrich, der die Meldung gemacht hatte übergab Commander Graves ein PADD mit dem Statusbericht der Station. das erinnerte Wikland daran, dass auch auf der Alexandria noch einige Probleme offen waren. Er tastete nach seinem Kommunikator. „Wikland an Alexandria, Statusbericht“ aus seinem Kommunikator kam ein kurzes Rauschen, das war alles was zu hören war. „Captain, wir haben bereits versucht eine Verbindung zu Ihrem Schiff herzustellen, allerdings ist uns das bislang durch das Störfeld nicht gelungen. Jedwede Energiesignatur wird durch das Störfeld zerstreut, selbst ein richtungsgebundener Trägerstrahl zerfällt schon nach wenigen hundert Metern.“ Die Stimme des Fähnrichs klang enttäuscht und es war ihm sichtlich unangenehm, dass er den Wunsch des Captains nicht erfüllen konnte. Auf dem Bildschirm über dem Leitstand konnte man die Alexandria sehen, die ruhig Ihre Bahnen um die Station zog. Obwohl die Situation sich keinesfalls entspannt hatte wirkte das Schiff ganz harmlos, die Positionsleuchten blinkten in langsamen Rhythmus und von der sicherlich angespannten Situation an Bord war äußerlich nichts zu erkennen. Zwei Shuttles wurden eingeschleust und kurz darauf verließen zwei andere Beiboote die Alexandria um die nächste Patrouille zu übernehmen.
Van Dyke’s Blick hatte lange auf dem Bildschirm verharrt, als sein Gesicht sich zu einem breiten Lächeln verzog. Er sah zu Wikland hinüber, der den Ausdruck in van Dyke’s Gesicht überrascht zur Kenntnis nahm. „Captain, ich habe eine Idee wie wir eine Sprechverbindung mit unserem Schiff herstellen können, ich hoffe nur unsere Kommunikationsoffizierin Carah Pehl ist nicht nur eine nette Bajoranerin, sondern auch vertraut mit allen Übermittlungsmethoden der Erde.“ Während Wikland noch auf den Großbildschirm schaute erwiderte Commander Graves, „Mr. Van Dyke, meine Crew tut das Möglichste um eine Verbindung herzustellen und wenn sie bisher keine Lösung gefunden hat, dann gibt es auch keine. Da gehe ich mit Ihnen jede Wette ein.“ Roger van Dyke drehte sich mit erheitertem Gesichtsausdruck zu Nicolai Graves um. „Ich nehme Sie beim Wort, und ich erwarte einen angemessenen Einsatz wenn Sie wirklich an Ihrer Meinung festhalten.“ „Commander, bitte...“ mischte sich Wikland verärgert ein. „Nein, schon gut Captain, ich bin überzeugt, dass es keinen Weg gibt, wenn meine Techniker keinen finden konnten.“ Beruhigte Ihn Graves. Er streckte van Dyke selbstsicher die Hand entgegen und sagte: „Ich bevorzuge eine gute Flasche alten französischen Champagner, der möglichst vor der Jahrhundertwende abgefüllt worden sein sollte.“ Van Dyke schlug ein, „Und ich bin ein Liebhaber alter Kraftfahrzeuge und würde mich über ein zertifiziertes Originalbauteil eines italienischen Sportwagens freuen.“ Wikland schüttelte den Kopf, er konnte dieser Geschichte angesichts der drängenden Probleme keinen Sinn abgewinnen, hielt sich aber zurück und gönnte den Beiden diesen Spaß, schließlich hatte er in seiner Zeit bei der Sternenflotte auch so manches Spiel gemacht und andere dabei gehörig über den Tisch gezogen. Nicolai Graves machte eine ausladende Bewegung mit seinem rechten Arm. „Die Conn gehört Ihnen Commander, seien Sie mein Gast!“ Roger van Dyke ging zur Kontrollstation der Stationssignalisation und drückte einige Felder auf der Sensorenfläche. Mit einem Schlag erloschen alle Außenlichter und Signalfeuer und die Station hing wie ein dunkler Klotz im Raum. Da sich zur Zeit SAKRAS 5 zwischen der Station und der Sonne des Systems befand war die Merlin Station gegen den Planeten kaum noch auszumachen.
Alisha saß noch immer an der OPS der Alexandria. „Andy, die Station ist total dunkel geworden, aber ich kann keinen Grund für den Ausfall erkennen. Die Energieversorgung ist zwar immer noch schwach, aber die Hauptenergie ist schon wieder im Aufbau, Sie sollten keine Probleme haben.“ Andy Duke, der die Brücke der Alexandria beaufsichtigte schaute auf den Hauptschirm. In der Dunkelheit des Planeten hing die Station und es tat sich nichts, außer den Positionslichtern die jetzt dreimal kurz blinkten und dann wieder erloschen. Nach wenigen Sekunden blinkten Sie erneut dreimal und begannen dann in unregelmäßigem Intervallen zu flackern. „Schauen Sie sich das an, sie haben Ihre Signalisation wieder eingeschaltet, aber selbst die scheint nicht mehr zu funktionieren.“ erwiderte Andy. „Man meint gerade, da würde jemand mit seinem Hintern auf dem Schalter sitzen und Samba tanzen!“ fügte er mit einem Lächeln hinzu. „Moment mal, das könnte tatsächlich Absicht sein, das gab es doch schon mal...“ mischte sich jetzt auch Carah Pehl in die Unterhaltung ein. „Der Captain hat doch mal so etwas erwähnt“ „Was?“ Andy blickte Carah verständnislos an. „Was gab es schon mal?“ fragte er sie verwirrt. Die Bajoranerin war schon damit beschäftigt die Schaltflächen Ihrer Konsolen zu aktivieren und wenig später kamen aus dem Audiosystem kurze Laute, die synchron mit dem Blinken der Stationslichter waren. Zwei Minuten später hatte sie die Steuerung der Positionslichter der Alexandria an die Kom-Station gekoppelt und erwiderte das Signal.
„Alexandria ruft Captain Wikland, können Sie uns empfangen?“ Kam eine blecherne Stimme aus der Audioanlage der OPS auf der Station. Überrascht nahmen alle Anwesenden im Kontrollraum der Station die Worte der Computerstimme aus der Audioanlage in sich auf. „Hier Wikland, wir verstehen Sie. erstatten Sie Bericht.“ „Captain, es tut mir leid dass Sie keine Bildverbindung haben...“ sagte van Dyke. „...aber Sie wissen ja sicherlich wie Ihre Brücke aussieht, oder ?“ fügte er grinsend hinzu und schaute in das verwirrte Gesicht eines Technikers. Auch Wikland konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Er musste sich selbst eingestehen, dass die Ideen, die sein neuer Offizier aus dem Hut zauberte bemerkenswert waren. Der Einfall das Licht als Überträger des Signals einzusetzen war genauso einfach wie genial. Die optischen Verfolgungskameras konnten die hellen Positionsleuchten über weite Entfernungen erfassen und der Computer konnte die binären Daten sowohl in Lichtsignale, als auch wieder in digitale Audiosignal umwandeln. Während Wikland in sich hineinlächelte stöhnten die Techniker der Station über die eigene Blindheit, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. „Meinen Glückwunsch Commander...“ sagte Nicolai Graves und reichte van Dyke die Hand, „...Sie haben gewonnen. Ich werde sehen wie ich meine Wettschulden begleichen kann, Sie werden bald von mir hören“
„Captain,...“ waren wieder die Worte von Carah Pehl zu hören, die vom Computer wiedergegeben wurden, „...wir haben den gesamten Sektor gescannt. Auf den Tiefensensoren wie auch auf den Spezialsensoren konnten wir keine Schiffe der Angreifer mehr ausmachen. Laut Lt. Commander Lock konnten auch mit unserem Teklon Beam-Sensor keine weiteren Daten gefunden werden. Die Runabouts und Shuttles fliegen wie angeordnet Patrouille, konnten aber ebenfalls keine weiteren Aktivitäten feststellen. Allerdings mussten wir bislang die Schiffe alle halbe Stunde zum Rapport zurückholen, jetzt können wir ja - nachdem wir alle informiert haben - unsere Kommunikation über das Lichtmedium übertragen. Commander Jefferson arbeitet weiter an einer Übersteuerung der Störsignale.“ Wikland nickte verständig und blickte zu van Dyke hinüber. „Machen Sie weiter, wir kommen in ungefähr einer Stunde wieder an Bord. Wikland Ende.“ „Commander Graves, ich glaube wir haben noch etwas zu besprechen...“, damit drehte sich der Captain um und blickte Graves direkt in die Augen. „Ich möchte mehr, und im speziellen Ihre persönliche Einschätzung der Situation hören. Dann werden wir unsere Entscheidung über die weitere Vorgehensweise treffen.“ Graves hatte Wikland seit seiner Ankunft aufmerksam beobachtet und Ihm genau zugehört. Es war Ihm nicht schwer gefallen festzustellen, Dass die Kanzlerin Avallia einen bleibenden Eindruck bei Wikland hinterlassen hatte, an dem er auch jetzt noch zehrte. „Mein Büro ist dort oben...“ sagte er zu Wikland und van Dyke und wies mit einer leichten Bewegung seines linken Armes auf eine Tür im hinteren Bereich des Kontrollraumes der einige Stufen höher war und einen guten Überblick über alle Stationen ermöglichte. Das Büro war gemessen an der Kontrollraumgröße eher klein ausgefallen, war aber durch die geschickte Hand und den ausgewählten Geschmack des Commanders recht gemütlich eingerichtet. Die klare Nüchternheit der Sternenflotten-Ausstattung wurde durch eine Vitrine mit Sportpokalen, einige Fotos von Baseballmannschaften und einem großen Bild des Andromedanebels deutlich aufgelockert. Die einzige Sitzgelegenheit neben dem Arbeitsplatz des Commanders war ein kleiner Tisch mit sechs Stühlen, der vor dem Fenster stand. Draußen war die Nachtseite des Planeten zu sehen, und über dem Polarkreis konnte man den hellen Schimmer der Sonne erkennen, die auf der gegenüberliegenden Seite den Tag erhellte. Nachdem Sie alle Platz genommen hatten und der Commander mit einigen Erfrischungsgetränken an den Tisch zurückgekehrt war schilderte er die Beziehungen mit den Sakranianern.„Ich bin seit ungefähr drei Jahren auf dieser Station und habe in dieser Zeit bereits umfassende kulturelle Kontakte zu den Sakranianern geknüpft. Die unterschiedlichen Staatssysteme werden durch die Zentralregierung gut kontrolliert und es ist ein Wunder, dass so viele verschiedene Rechtsformen dennoch eine Gemeinschaft bilden können. Die unterschiedlichen Regierungssysteme werden in anderen Staaten bedingungslos toleriert und auch werden Mitbürger der einzelnen Staaten in anderen Ländern nicht verfolgt.“ Er machte eine Pause und schenkte seinen Gästen und sich selbst etwas zu trinken ein. Danach aktivierte Graves den Informationsschirm, der im Tisch eingelassen war und rief ein paar Daten auf. „Wie Sie sehen können haben wir einen kleinen Handel auf niedrigem technologischem Niveau aufgebaut und versuchen gemeinsam die jeweils andere Kultur zu studieren. Zu diesem Zweck haben wir im südlichen Bereich des Hauptkontinents eine Forschungsstation eingerichtet, die dem Handel und der Verständigung dient.“ Auf dem Display erschienen einige Tabellen und eine Landkarte, welche die genaue Position der Forschungsstation zeigte. Wikland deutete mit seiner rechten Hand auf die Station. “Sie sagten in Ihrem Funkspruch, dass die Kommunikation zu dieser Einrichtung unterbrochen sei und erwähnten noch einen Beobachtungsposten“ wollte er sich vergewissern. „Richtig Captain, vor sieben Tagen brach der Kontakt plötzlich vollständig ab. Wir befürchteten bereits das Schlimmste, konnten allerdings von unseren Gästen erfahren, dass die Funkstille nur auf das Störfeld zurückzuführen ist. Kurz darauf versuchten wir unsere stellare Beobachtungsstation auf Arlat 4 zu erreichen, dem kleinen Mond dort oben rechts am Horizont...“ damit deutete er durch das Fenster auf einen Trabanten, der Sakras 5 in einer elliptischen Bahn umkreiste. „...er braucht für eine Umkreisung ganze drei Monate und das einzige Shuttle das wir haben ist dort stationiert damit die Besatzung Ihren Posten regelmäßig wechseln kann. Auch von dieser Station haben wir seit sieben Tagen nichts mehr gehört. Gleichzeitig mit der Kommunikation fielen auch unsere Transportersysteme aus, so dass wir hier gefangen waren. Vor drei Tagen trafen dann unsere Gäste ein, die ein mintanisches Kurzstreckenschiff benutzten. Ein kleines Geheimnis, das nur dem Zentralen Rat bekannt war und mit dem im Falle von Unruhen die Führer des Volkes in Sicherheit gebracht werden sollten. Mit dem Auftauchen des Störfeldes hatte die Splittergruppe den Kampf begonnen und wichtige Regierungsziele unter Beschuss genommen. Der zentrale Rat entschied hierher zu kommen und um Schutz nachzufragen, den wir aufgrund unserer bisherigen Erkenntnisse mit dieser Rasse gewährten. Kurz darauf setzten die Angriffe auf unsere Station ein. Wir haben dann alle Energieerzeugungssysteme für kurze Zeit auf unsere Übertragungsgeräte geschaltet und gehofft somit die Barriere zu überwinden, was uns wie es scheint ja geglückt ist.“
Wikland hatte sich nach hinten gelehnt und betrachtete lange den Planeten, dessen Oberfläche langsam an der Station vorbeiwanderte. Im diffusen Gegenlicht der Sonne und des Mondes war auf der Nachtseite kaum etwas auszumachen. „Wie schätzen Sie die Glaubwürdigkeit der amtierenden Regierung ein Commander?“ wollte er von Nicolai Graves wissen. „Captain, ich vertraue diesen Leuten voll und ganz. Sie haben sich bisher sehr loyal und kooperativ verhalten. Sie sind allerdings im Umgang mit Pazifisten und Widerstandsbewegungen ungeübt und mit dieser Aufgabe total überfordert.“ Erwiderte Graves. „Nun, eine Kultur wächst auch an schwierigen Aufgaben Commander, was ist wenn die Sternenflotte beim nächsten Mal nicht da ist um zu helfen?“ Fragte van Dyke und Captain Wikland nickte zustimmend mit dem Kopf. „Warum wollen Sie die Regierung unbedingt vor diesen Meuterern schützen, es ist deren Welt und es sind deren Probleme. Vielleicht wird die Regierung gestürzt, vielleicht wird die Untergrundbewegung verlieren, wer weiß das schon. Haben wir das Recht uns mit unserer Technologie einzumischen und eine Entscheidung herbeizuführen?“ Wikland blickte Graves lange an und wartete auf eine Antwort. Es dauerte eine ganze Weile bevor Graves die richtigen Worte fand. Er drehte sein halbvolles Glas in der rechten Hand und starrte auf die Flüssigkeit, die bei den kreisenden Bewegungen seiner Hand im Glas umherschwappte. schließlich stellte er sein Glas auf den Tisch und begann: „Captain, diese Kultur hat einen Punkt erreicht, den die Menschheit erst nach dem verheerenden großen Krieg angestrebt hat. Die völlige Gleichheit aller Individuen auf dem Planeten. Es ist ein friedliches und funktionierendes System. Der Krieg mit der Untergrundbewegung wird diesen Planeten aus dem Gleichgewicht werfen Anarchie und Chaos wären die Folge. Das könnte ich nicht mit ansehen. Im übrigen sind auch die Sternenflotten Einrichtungen auf Sakras 5 und Arlat 4 betroffen, und Sie werden sicherlich keinen Sternenflotten-Angehörigen im Stich lassen denn sonst wären Sie nicht hierher gekommen Captain.“ Gab er Wikland zur Antwort.
„Da haben Sie recht Commander. Es sieht so aus, als bräuchten wir noch weitere Informationen um eine Entscheidung zu treffen. Stellen Sie uns alle Daten zusammen, die Ihnen über die Sakranianer zur Verfügung stehen, wir werden auf der Alexandria noch einmal alles durchgehen und dann sehen wir weiter. Übrigens, wie wäre es, wenn Sie mit Ihren Gästen heute Abend auf die Alexandria kommen, wir würden Sie gerne zum Abendessen begrüßen. Wir schicken Ihnen ein Shuttle das Sie abholt.“
„Diese Einladung nehmen wir gerne an. Ich bin sicher, dass auch die Sakranianer gerne kommen werden. Sie werden umgehend über Ihr Angebot informiert.“ erwiderte Graves ein wenig hastig. Wikland stand auf und van Dyke und Graves folgten Ihm aus dem Büro. Auf der OPS waren die Techniker noch immer damit beschäftigt die defekten System wieder in Gang zu bekommen als plötzlich die gesamte OPS wieder in helles Licht getaucht wurde und ein erleichterndes „Aaaahhh....“ durch den Raum ging. Die Hauptenergie stand wieder zur Verfügung und damit auch wieder die Defensiveinrichtungen wie auch alle anderen Annehmlichkeiten der Station. Ein Sicherheitsteam begleitete den Captain und van Dyke zur Shuttlerampe, damit diese Ihren Rückweg antreten konnten. Die Transporter funktionierten immer noch nicht und so mussten beide wieder mit dem Shuttle zur Alexandria hinüberfliegen. Ein Katzensprung, denn das Schiff war keine 500 Meter von der Station entfernt. Vier Einsatzshuttles waren in verschiedenen Ebenen und Orbits unterwegs um den näheren Sektor rund um die Station abzusichern. Der Captain hatte einen Koffer mit mehreren Isolinearen Platten erhalten, die er van Dyke übergab mit der Anweisung Sie umgehend in die Datenbank der Alexandria zu übertragen. Schon nach wenigen Minuten hatten Sie die Shuttlerampe erreicht und Captain Wikland eilte ohne auf seinen ersten Offizier zu warten direkt auf die Brücke. Roger van Dyke nahm den Koffer mit den Datenplatten und ging in Richtung Computerkern vier, der auf Deck 24 direkt vor dem Maschinenraum lag. Er wollte den Wunsch des Captains sofort erledigen, im übrigen war er selbst neugierig auf die Daten. Information ist das halbe Leben, diese Lektion hatte er schon früh gelernt und sie hatte Ihm oft zum Vorteil gereicht.
* * *Van Dyke und Wikland saßen in einer kleinen Besprechungsecke, die sie in Holodeck 4 erzeugt hatten. Es waren bereits zwei Stunden vergangen, in denen Sie die Daten über Sakras 5 teils als normale Bildprojektion und teils als komplette Holosimulation angesehen hatten. Die Informationen reichten von kulturellen Eigenheiten über technische Entwicklungen bis hin zu den Regierungsformen, die tatsächlich in aller Eintracht nebeneinander existierten. Vor Ihnen wurde gerade die entscheidende Wahl projiziert, bei der kein Kandidat der Demokratie zur Verfügung stand. Das Protokoll wurde minutiös eingehalten und nachdem man zu dem Punkt kam, an dem die Berufung und Vereidigung stattfinden sollte stoppte der ganze Mechanismus. Der obere Rat beschloss eine Pause zu machen um den Demokraten die Möglichkeit zu geben doch noch einen Kandidaten zu nominieren. Nachdem alle Versuche fehlschlugen musste der Rat handeln. Wikland stoppte das Programm und blickte van Dyke an. „Es sieht so aus als sei die Delegation tatsächlich in einem argen Dilemma. Wenn man die Vorgaben für die Wahl mit den Aufzeichnungen vergleicht, muss man feststellen, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist und die offizielle Regierung rechtmäßig eingesetzt wurde. Für uns stellt sich damit die Frage: ‘Dürfen wir uns in diese Regierungsgeschäfte einmischen?’. Die oberste Direktive verbietet jede Einmischung in die Angelegenheiten fremder Rassen, die nicht dem technischen Niveau der Föderation entsprechen und keine Mitglieder sind. Auch wenn ich mir selbst diese Frage längst beantwortet habe, so muss ich sie mir doch auch als Captain dieses Schiffes und Verantwortlicher für meine Crew stellen.“ „Captain,...“ begann van Dyke, „...wir haben uns doch längst in den Konflikt eingemischt, indem wir in die Kampfhandlungen um die Station Merlin eingegriffen haben. Aber ich glaube, die oberste Direktive kann hier nicht herangezogen werden. Wir haben nicht in die Regierungsgeschäfte eingegriffen, sondern lediglich das Hoheitsgebiet und Eigentum der Föderation geschützt. Auch eine Außenmission zu der Forschungsstation und dem Beobachtungsposten würde nur dazu dienen die Angehörigen der Sternenflotte zu retten. Im Übrigen hat uns dieser Rebell ja eindeutig gedroht unser Schiff ebenfalls zu zerstören, was auch die Ausführungen der Repräsentanten von Sakras 5 bestätigen.“ Wikland blickte eine ganze Weile stumm auf die eingefrorene Darstellung des Ratsgebäudes, in dem der Rat gerade den neuen Führer ernennen wollte. Nach einigen Minuten sagte er mit ruhiger Stimme: „Ich denke genauso. Vorrangiges Ziel sollte sein, dass wir den Forschungskomplex auf Sakras 5 sichern, danach werden wir einen Erkundungstrupp auf den Mond entsenden um nach der Station zu sehen. Wenn wir auf Widerstand stoßen werden wir uns mit unseren Möglichkeiten zur Wehr setzen. Ich halte es außerdem für besser, wenn die Ratsmitglieder an Bord der Alexandria bleiben, auf der Station sind sie nicht mehr sicher. Bitte veranlassen Sie alles notwendige, ich werde unsere Entscheidung heute Abend beim Essen bekannt geben. Sie sollten auch dabei sein wir beginnen um 19:00 Uhr.“ Der Captain hatte die Northlander zur Station hinübergeschickt um die Gäste abzuholen und die Bar Lookout für diesen Abend geschlossen. Ein großes Buffet war entlang den Wänden aufgebaut und zeigte viele interessante Gerichte der Erde, aber auch einige Dinge, die nur auf den anderen Welten der Föderation erhältlich waren. Der Koch von Merlin hatte noch schnell einige Informationen über sakranianische Kochkunst geliefert, so dass die Gäste auch etwas heimisches vorfinden konnten. Für Roger van Dyke war dies der erste offizielle Anlass, den er an Bord der Alexandria miterleben durfte. Hier hatte er Gelegenheit alle Senioroffiziere einmal in entspannter Atmosphäre kennen zu lernen und erste nicht dienstliche Kontakte zu knüpfen. Er entschied, sich zunächst einmal auf das Beobachten zu beschränken um die Interessen und das Verhalten seiner Kollegen ein wenig besser zu verstehen. Vor den Fenstern hatte man zwei Tische entfernt, damit man bis an den Rand herantreten konnte um das einzigartige Panorama zu genießen. Dort baute sich Captain Wikland auf. Seine eindrucksvolle Gestalt führte sofort dazu dass die Gespräche abflauten und sich die Konzentration der Anwesenden auf Ihn richtete. Er hielt eine kurze Willkommensrede zu den Gästen und seinen Senioroffizieren, die an dem Empfang teilnahmen und gab das Buffet frei. Die Atmosphäre war ungezwungen und heiter. Keiner dachte mehr an den Kampf, der noch wenige Stunden zuvor rund um die Station getobt hatte. Schon bald bildeten sich kleine Grüppchen und Geschichten und Anekdoten wurden erzählt. Roger van Dyke fiel auf, das sich die Wege von Wikland und der Kanzlerin Avallia Sen an diesem Abend häufig kreuzten. Sie saß beim Essen neben Ihm am Tisch und wenig später schien sie Geschichten aus Ihrer noch nicht lange zurückliegenden Jugend zu erzählen, bei denen Wikland sogar herzlich lachen musste. Hätte er sein Glas nicht rechtzeitig abgesetzt, hätte er wahrscheinlich hineingeprustet und seine Uniform dabei ruiniert. Eine Weile später standen sie wieder wie zufällig am Tresen und tranken ein Glas Sekt. Sermin der Vulkanier und Lock diskutierten mit dem Cheftechniker der Station und waren so vertieft in Ihr Gespräch, dass sie vom Rest der Party nicht viel mitbekamen.
Nicolai Graves der Commander von Merlin hatte sich schon während des Essens an Jaqueline Jefferson festgebissen, nachdem der Captain erzählt hatte, mit welchem Feuereifer sie die Situation mit der defekten Warpgondel gelöst hatte. Anscheinend erhoffte sich Graves Ihre Hilfe bei der Instandsetzung der zerstörten Systeme auf seiner Station. Obwohl Jaqueline sich köstlich mit Ihm amüsierte, sogar einen tollen Boogie mit Ihm aufs Parkett legte, hatte van Dyke nicht den Eindruck, dass Graves hier einen wichtigen Vorteil errungen hatte, denn bevor Nicolai seinen ganzen Charme zum Einsatz bringen konnte, ergriff Captain Wikland wieder das Wort und richtete sich damit an die Gäste von Sakras 5.
„Werte Mitglieder des Zentralen Rates von Sakras 5, wir bedauern sehr, dass es auf Ihrer Heimatwelt zu den von Ihnen beschriebenen Unruhen gekommen ist, deren Heftigkeit wir heute miterleben mussten. Wir haben zunächst nur die Station der Föderation geschützt, die zu diesem Zeitpunkt angegriffen wurde. Nachdem wir alle vorliegenden Fakten eingehend studiert haben sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir auch weiterhin keine aktiven offiziellen Handlungen in Ihrer Angelegenheit durchführen werden...“ Bei diesem Satz sanken die Köpfe der Sakranianer und Ihr Blick richtete sich enttäuscht auf den Boden, mit Ausnahme von Avallia, die dem Captain wütend direkt in die funkelnden blauen Augen sah: „...wir sind jedoch durch unseren dienstlichen Eid gebunden, jedwede Gefahr von Mitgliedern unserer Flotte oder den Angehörigen der Föderation abzuwenden. Zur Zeit besteht kein Kontakt zu unserem Forschungszentrum und zu dem Beobachtungsposten auf dem Mond Arlat 4. Wir werden mit Ihrer Erlaubnis unsere Teams aussenden, um dort nach dem Rechten zu sehen. Sollten uns hierbei Angehörige der Untergrundbewegung behindern, werden wir unsere Ziele klar durchsetzen. Im Übrigen bieten wir Ihnen an, einen Kontakt herzustellen und zwischen Ihnen zu vermitteln, sofern dies Ihrem Wunsch entspricht. Ich bin sicher man wird unseren Argumenten aufgrund unserer Stärke sicher Gehör schenken. Damit Sie auch erkennen, dass wir Sie nicht Ihrem Schicksal überlassen, möchte ich Sie einladen hier an Bord zu bleiben, denn wir können uns einem zu erwartenden Angriff sicherlich besser zur Wehr setzen als die angeschlagene Merlin Station.“
Die Sakranianer atmeten auf und die Gesichtszüge von Avallia entspannten sich wieder, es zeigte sich sogar ein feines Lächeln auf Ihren Lippen. Auch ein anderer hatte verstanden, Sermin, der von der Logik beherrschte Vulkanier stand am Tresen der Bar und konnte die Worte des Captains kaum fassen. Mit stoischer Mine hatte er die Ausführungen des Captains gehört und mit seinen Werten und den Sternenflotten Anweisungen verglichen. Für Ihn ergaben sich gleich eine ganze Reihe von Konflikten, die nicht haltbar waren. Die gefühllose kalte Logik gebot Ihm hier sofort einzuschreiten, ohne an eventuelle Folgen zu denken, die sich bei einer Diskussion mit dem Captain in dieser Situation ergeben würden. Er stellte sein Glas ab und genau in dem Moment in dem er losgehen wollte um Captain Wikland auf sein unangemessenes Verhalten hinzuweisen spürte er den festen Griff von Roger van Dyke an seinem rechten Arm, der ihn unausweichlich zum Steuerbordausgang der Bar zog und mit ihm schnell durch die Tür verschwand. Wikland registrierte diese Geste wohlwollend in seiner Akte für persönliche Leistungen, die er immer im Kopf hatte.
Es dauerte ganze 45 Minuten, bis Commander van Dyke und der Vulkanier wieder im Lookout erschienen. Die Grüppchen waren inzwischen auf wenige Personen zusammengeschmolzen und der Captain saß mit Nicolai Graves und Erek Kanor dem Präsident von Sakras 5 am Tisch vor der Treppe, an dem sich sonst die Senioroffiziere breit machten. Als Wikland den Commander erblickte stand er auf, verabschiedete sich förmlich von den beiden Tischgenossen und vergaß auch nicht die anderen Repräsentanten von Sakras 5. Danach kam er auf van Dyke zu und lächelte ihn an. Sie verließen gemeinsam die Bar und gingen den Flur zum Turbolift entlang. „Der Präsident und sein Gefolge haben sich über unser Angebot gefreut und werden gerne auf der Alexandria bleiben...“ begann Wikland, „...ich habe Ihnen bereits Quartiere zuweisen lassen. Erek Kanor hat ein wenig Erklärungsbedarf gezeigt. Ich habe Ihm unsere Vorgehensweise und die Prioritäten erklärt und er hat seine Zustimmung für unseren Plan gegeben. Er wird morgen früh seine Ratsmitglieder auf dem Planeten kontaktieren und Ihnen unsere Vorgehensweise erklären. Wir haben die volle Unterstützung der amtierenden Regierung.“ Van Dyke erwiderte den Blick des Captains und in seiner Stimme schwang Zufriedenheit mit als er antwortete: „Ich werde sofort ein Landeteam zusammenstellen Captain, sobald uns die Genehmigung zur Landung vorliegt, werden wir unsere Leute runterschicken. Vielleicht geht bis dahin auch der Transporter wieder, so dass wir kein Shuttle benötigen.“ Wikland nickte langsam und verabschiedete den Commander mit den Wünschen für eine angenehme Nachtruhe. Während van Dyke den Turbolift betrat ging der Captain weiter in den hinteren Bereich des Schiffes. Er hatte einen anstrengenden Tag hinter sich und wollte noch ein wenig entspannen. Die große Tür glitt auf als er sich näherte und sofort schlug ihm der frische Duft von Blüten, Sträuchern und anderen Gewächsen entgegen, die im Arboretum angebaut waren. Er atmete mehrmals tief durch und ging dann langsam in Richtung der Zierpflanzen. Das Arboretum war dicht bewachsen und erinnerte auf den ersten Blick an einen Urwald. Wikland hatte es seiner Crew zur Aufgabe gemacht, den Bewuchs so zu forcieren, dass schon nach weniger als einem Jahr keine Wände mehr zu sehen waren. Man hatte tatsächlich den Eindruck durch eine grüne Oase zu wamdeln. Zu dieser Zeit war der Raum nur mit gedämpften Licht beleuchtet und fast alle Pflanzen hatten ihre Blüten für die simulierte Nachtruhe geschlossen. Wikland folgte dem kleinen Pfad, der durch die Pflanzenwelt führte und hielt an dem kleinen Teich an, der von einem hohen Wasserfall gespeist wurde. Eine auf dem Teichboden angebrachte Supraleuchte strahlte den Wasserfall von unten an. In vielen Kaskaden kam das Wasser über einen 4 Meter hohen Felsaufbau, der aus vielen kleinen Quadern aus echtem Zyrellit zusammengesetzt war, heruntergeplätschert. Die Steine hatten eine graue und unebene Oberfläche die mit vielen silbernen Partikeln durchsetzt war, sie erinnerten entfernt an das Vulkangestein welches man auf der Erde vorfand. Diese Zusammensetzung ergab gemeinsam mit dem Wasser ein überaus faszinierendes Lichtspiel aus farbigem Glitzern und beruhigendem Rauschen. Eine Mischung die Wikland in seiner spärlichen Freizeit gerne genoss. Wenn er es neben seinen vielen anderen Verpflichtungen, die er als Captain eines so großen Schiffes hatte, einrichten konnte kam er nach dem Dienst direkt hierher. Meist war zu diesen Zeiten keiner mehr im Arboretum. Die Botaniker, die für die bestmöglichen Bedingungen sorgten, hatten nur selten Nachtdienst, so dass er so gut wie immer allein war. Über Ihm war durch die Deckenplatten aus transparentem Aluminium der Sternenhimmel zu sehen, der an keinem Punkt auch nur eine vertraute Sternenanordnung zeigte.
Wikland der auf der kleinen Bank gegenüber des Teichs und des Wasserfalls Platz genommen hatte horchte auf. Ein Geräusch war von hinten zu hören, das wie das leise Huschen eines kleinen Tieres klang. Der Captain wusste allerdings, dass im Arboretum keine Kleintiere gehalten wurden. Er wandte sich um, konnte jedoch nichts erkennen und gab sich nach einem Moment wieder dem Schauspiel des Wasserfalls hin. Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und konzentrierte sich auf das Plätschern des Wassers. Als er die Augen nach wenigen Minuten öffnete saß neben Ihm eine Person. Er wäre vor Schreck fast zusammengefahren und aufgesprungen, allerdings bemerkte er sofort wer sich da neben Ihn gesetzt hatte. Avallia Sen, die Kanzlerin der südlichen Hemisphäre hatte sich völlig lautlos neben ihm auf der Bank niedergelassen. Es war wohltuend, dass diese Frau seine Nähe als ebenso angenehm empfand wie er die Ihre. Bereits während des Empfangs hatten sich ihre Wege immer wieder gekreuzt und er hatte keine Gelegenheit ausgelassen sich mit ihr zu unterhalten. Wikland wollte gerade etwas sagen, aber Avallia bedeutete Ihm, dass er die Stille nicht unterbrechen sollte. So saßen sie beide auf der kleinen Bank gegenüber des Wasserfalls und genossen das Plätschern des Wassers. Für Wikland war es das erste Mal seit vielen Jahren, dass er sich gemeinsam mit einer Frau wieder besonders wohl fühlte. * * * Die Frühschicht war gerade dabei die Brücke zu übernehmen als Roger van Dyke aus dem Turbolift trat. Er grüßte kurz die Kollegen, die Ihre Stationen einnahmen und ging gleich weiter in den Konferenzraum im hinteren Bereich der Brücke. Am Tisch hatte das Erkundungsteam Platz genommen, welches in wenigen Minuten zur Forschungsstation auf dem Planeten aufbrechen und die Situation klären sollte. Van Dyke hatte sich für ein ausgewogenes Team entschieden. Die Chefingenieurin Jaqueline Jefferson, die Führungsoffizierin des Rescue & Recovery Teams Jadzia Lansu, Sowie Olivia Harris eine Ärztin. Unterstützt wurden die drei durch zwei Männer der Sicherheitsabteilung, die Andy Duke persönlich für diese Mission ausgewählt hatte. Jadzia Lansu, eine hochgewachsene schlanke Trill mit langen dunkelbraunen Haaren und einer feinen Fleckenzeichnung saß links von Jaqueline Jefferson und sah sich die Daten der Bodenstation an. Olivia Harris, die blonde Ärztin saß zwischen den beiden Sicherheitsleuten, neben denen sie mit ihrer kleinen und etwas pummeligen Figur wie ein zu dickes Kind aussah. Ihre blauen Augen wechselten zwischen den beiden Sicherheitsleuten hin und her, mit denen sie über den Empfang des letzten Abends sprach.
„Guten morgen alle miteinander, wir wollen kurz den kommenden Einsatz durchgehen.“ Roger van Dyke hatte bereits alle notwendigen Vorbereitungen getroffen und schaltete das Wanddisplay ein. Die Aufmerksamkeit richtete sich auf die Darstellung der geographischen Lage der Forschungseinrichtung, die in einem von beiden Seiten gut zugänglichen Tal zwischen hohen Felsformationen gelegen war. „Die Mission sieht zwar einfach aus...“ begann er mit ernster Mine, „...aber wir müssen uns dennoch darauf vorbereiten, dass die Verbindung zur Station nicht nur durch das Störfeld, sondern eventuell auf Sabotage zurückzuführen ist, oder eine Übernahme durch die Untergrundbewegung erfolgt ist.“ Er griff nach einem PADD, das vor ihm auf dem Tisch lag und schaltete die Ansicht um mehrere Seiten vor, bis zu dem Punkt kam, an dem die gesuchten Angaben standen. „Die Mitglieder des Rates haben uns versichert, dass noch kurz vor ihrer Abreise ein Kontakt mit dem Stationspersonal bestand. Zu diesem Zeitpunkt waren Sie schon mehrere Tage von Merlin abgeschnitten. Sofern die Untergrundbewegung nichts damit zu tun hat, können wir durch Kontaktaufnahme unseren kleinen Trick mit der Lichtübertragung anwenden um wieder eine Kommunikation herzustellen. Wir werden mit zwei Shuttles auf dem Planeten landen.“ Van Dyke wechselte am Wanddisplay auf eine Darstellung des Grundrisses der vier Gebäude zeigte, die durch Verbindungstunnels aneinandergereiht waren. Die ganzen Stationsgebäude waren hintereinander gebaut worden und bildeten einen langen linienförmigen Komplex. Einige Bäume umringten den Eingangsbereich und seitlich der Gebäude befanden sich viele Büsche die gute Deckung boten. Etwas außerhalb war die Abdeckung der Energiezentrale zu erkennen, die im Boden eingelassen war, und deren Abluftschächte nur etwa einen halben Meter aus dem Boden ragten. „Lt. Commander Jefferson, Sie leiten diese Mission. Sie bilden das Team Nummer eins und werden außerhalb dieses Bereiches hinter dem Wald landen.“ Er deutete dabei auf einen Bereich ca. 500 Meter südlich der Gebäude, der durch einen dichten Wald nach allen Richtungen gut abgeschirmt war. „Sie werden zunächst die Lage analysieren und uns Bericht erstatten. Team zwei folgt Ihnen mit insgesamt 12 Sicherheitsleuten. Sie werden nichts unternehmen, bevor nicht dieses zweite Team gelandet ist, welches Ihre Sicherheit gewährleistet. Die Alexandria wird den Gebäudekomplex ständig in der Zielerfassung behalten und sollte sich Widerstand zeigen sind wir bereit einzugreifen. Sie werden dann vorrücken und prüfen, ob eine Übernahme oder Sabotage erfolgt ist. Sofern alles klar ist checken Sie die Station und nehmen Kontakt mit den Wissenschaftlern auf. Lt. Commander Lansu und Lieutenant Harris, Sie kümmern sich um eventuelle Hilfsbedürftige. Lt. Commander Jefferson, Sie werden die Technik prüfen und die Kommunikationsverbindung herstellen.“
Im Besprechungsraum herrschte ein entspanntes Klima, jeder wusste genau wo seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten lagen und man konnte sehen dass die Mission trotz der Kürze der Zeit perfekt vorbereitet worden war. Die Mitglieder des Landetrupps wechselten einige Worte miteinander und stimmten Ihre Ausrüstung noch einmal ab. „Noch etwas...“ fügte van Dyke hinzu, „...ich erwarte, dass Sie sich an die Weisungen halten, kein Alleingang und keine voreiligen Schlüsse. Handeln Sie nur wenn Sie sich absolut sicher sind. Sie sind Profis, verhalten Sie sich auch so. Viel Glück, sie starten in 5 Minuten. Das ist alles.“
Nur fünf Minuten später stand das Landeteam auf Deck vier im Shuttlehangar und verstaute die Ausrüstungsgegenstände im Laderaum des Shuttles. Jaqueline Jefferson war gar nicht glücklich, dass sie ihren Maschinenraum verlassen musste. Sie arbeitete noch immer an der Überwindung der Störstrahlung und war noch nicht viel weiter als bis zur Identifizierung der gegnerischen Energiefrequenz gekommen. Sie drückte van Holt ein PADD in die Hand. „ich möchte, dass Sie während meiner Abwesenheit die Energiesignaturen dieser Trägerwelle einer weiteren Untersuchung unterziehen. Versuchen Sie es mit einer Politronwelle und überlagern Sie es mit einer Subraum-Übertragungssignatur. Dann drehen Sie den Filter langsam zu und suchen nach der Harmoniefrequenz. Vielleicht können wir damit die Störstrahlung absorbieren. Das ist besonders wichtig für die Transporterfunktion, aber Sprechverbindungen müssen auch wieder funktionieren. Sofern wir nicht dieses Störfeld entkräften können, sind wir nicht einmal in der Lage um Hilfe zu rufen wenn es brenzlig wird.“ Van Holt nickte kurz und steckte das PADD weg. „Viel Glück, und geben Sie auf sich acht. Ich möchte Sie gerne in einem Stück zurückhaben.“ Jefferson lächelte und blinzelte mit dem rechten Auge, gleichzeitig deutete sie mit der rechten Hand auf Ihn, „Ich seh’ Sie !“ rief sie Ihm zu und verschwand durch den Einstieg im Heck des Shuttles. Mit geübten Griffen machte Sie das Shuttle startklar und nach wenigen Sekunden hatte Sie alle Systeme aktiviert. „Hier ist Shuttle Sam, alle Systeme klar, wir bitten um Starterlaubnis“ gab sie durchs Interkom und umgehend kam die Rückmeldung. Roger van Dyke’s Stimme klang aus dem Audio System: „Shuttle Sam, der Rat von Sakras 5 hat seine Zustimmung zur Landung gegeben, Sie haben Starterlaubnis, viel Glück !“ Jaqueline drehte sich zu Ihren Kollegen um, „Haltet euch fest, es geht los!“ Obwohl die Shuttles des TYP 6 alle über künstliche Schwerkraft verfügten wussten doch alle Mitglieder der kleinen Gruppe was dieser Satz zu bedeuten hatte. Jaqueline Jefferson saß am Steuerpult, was einen heißen Ritt auf die Oberfläche bedeutete. Es war ihr einfach nicht möglich ein Shuttle nur zu fliegen, nein, es musste schon etwas lebendiger sein. Ein Flug mit ihr als Pilotin war etwa vergleichbar mit einer wilden Achterbahnfahrt, in der die Wagen ungebremst und scheinbar steuerlos über die Schienen schossen und eigenmächtig und ohne ersichtlichen Grund auf allen drei Neigungsachsen die Richtung wechselten. Kaum hatten alle nach einem Halt gesucht ging es auch schon los. Das Shuttle schwenkte herum und beschleunigte noch im Hangar voll. Sowie die Schotten hinter ihnen lagen drehte das Shuttle auf die Nachtseite des Planeten und folgte dem Eintauchprogramm um den korrekten Winkel für den Atmosphärendurchbruch zu erreichen. Während das kleine Schiff durch die Luftschichten nach unten sank, wurde es durch die Reibung stark aufgeheizt und die Turbulenzen schüttelten alle heftig durch. Nach wenigen Minuten hatten Sie auch eine dünne Wolkendecke durchdrungen und der Flug wurde ruhiger. Das Landegebiet blinkte auf dem Monitor, aber durch die vordere Scheibe war noch nichts zu erkennen. Das Tal lag noch im Dunkeln und über den Bergspitzen zeigten sich gerade die ersten Lichtschimmer, die den kommenden Tag ankündigten. Lautlos glitt das Shuttle über den dichten Wald und setzte dann sanft auf der kleinen Lichtung auf. Jaqueline führte zunächst einen Scan des Areals durch, konnte aber außer einigen Kleinlebewesen keine Anzeichen für die Anwesenheit von Personen feststellen. Auch die elektronischen Scans zeigten keine Kraftfelder oder Fallen irgendeiner Art. Einzig und allgegenwärtig war das Störfeld, welches jede Kommunikation verhinderte. Sie betätigte den Controller, der das Stimmsignal über die obere Positionsleuchte als Blinkcode aussandte. „Shuttle Sam an Alexandria, Landung erfolgreich abgeschlossen, alle Sensorenwerte normal. Wir beginnen mit Phase zwei. Melden uns in einer Stunde wieder, Jefferson Ende“
Sie öffneten den Laderaum und nahmen Ihre Ausrüstung auf. Nachdem die Heckklappe geöffnet war, traten zunächst die beiden Sicherheitsleute auf die Lichtung. Sie waren völlig allein, der Landeplatz war gut gewählt. Sie gaben den anderen ein Zeichen, und die Gruppe sammelte sich vor dem Shuttle. In diesem Moment erschien die zweite Landegruppe mit den Sicherheitsleuten und setzte dicht neben dem ersten Shuttle auf.Wenige Minuten später standen sich Andy Duke und Jaqueline Jefferson gegenüber, umringt von Sicherheitsleuten, die den Bereich rund um die Shuttles absicherten. „Andy, ich wusste gar nicht das Sie mitkommen...“ sagte Jefferson. „Nun, der Captain ist mir noch einen Landurlaub schuldig, und den nehme ich jetzt...“ erwiderte dieser verschmitzt. „Hey, von der Seite kenne ich Sie ja gar nicht...“ begann Jaqueline lächelnd, „...OK, ich schlage folgendes vor, wir rücken langsam in Richtung Station vor, wenn wir Ihre Leute in zwei Teams aufteilen die unsere Flanke schützen und Sie mit unseren beiden Sicherheitsoffizieren beim Team bleiben, sollten wir vor Überraschungen sicher sein.“ Andy Duke hatte sich kurz umgesehen und die Dichte des Baumbewuchses geprüft. Es sollte kein Problem sein mit der kleinen Gruppe die 400 Meter Wald zu durchqueren. Danach kam nur noch Buschwerk, sofern er die Karte noch richtig in Erinnerung hatte. Er überlegte eine Weile und zählte noch einmal das Team und die Sicherheitsleute im Gedanken durch. Dann nickte er und antwortete: „Einverstanden, Lieutenant Holmer nehmen Sie sich fünf Männer und sichern Sie die linke Flanke. Lieutenant Sinclair, Sie übernehmen die rechte Seite. Tellington und Kremer, Sie bilden die Nachhut“ Lt. John Holmer deutete auf seine Leute und gab ihnen einen Wink ihm zu folgen. Der große mittelblonde Mann strahlte eine natürliche Autorität aus und seine Anweisungen wurden auch ohne viele Worte von seiner Gruppe befolgt. Lt. Jeremy Sinclair hatte seine Sicherheitsleute noch einmal kurz um sich geschaart und gab kurze Anweisungen. Einige von Ihnen waren erst vor kurzem auf die Alexandria gekommen und hatten bislang an keiner Außenmission teilgenommen. Er wollte eventuellem Fehlverhalten und jugendlichem Übermut von vornherein Einhalt gebieten. Der schwarzhaarige Offizier mit sonnengebräunter Haut konnte seine spanische Herkunft nicht verhehlen. Mit seinen 158 Zentimetern Körpergröße wirkte er etwas zu kurz geraten, dennoch war sein durchtrainierter Körper sportlich und mit reichlich Muskulatur versehen. Nachdem alle Ihre Positionen bezogen hatten setzte sich die Gruppe langsam in Bewegung. Andy Duke ging mit dem Phasergewehr im Anschlag voraus. Alle achteten darauf, beim Laufen so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Selten knackte ein kleiner Ast der unter der Laubschicht nicht zu erkennen war. Eine Viertelstunde später standen Sie am Waldrand und konnten das Terrain rund um die Basis einsehen. „Jaqueline, was zeigt Ihr Trikorder an ?“ fragte Andy leise und blickte auf das Gerät das die Chefingenieurin in der rechten Hand hielt. „Wenn alle Wert stimmen, dann ist die Station mit 38 Personen besetzt. Das entspricht den Angaben von Commander Graves. Bis jetzt deutet nichts auf eine Sabotage oder Übernahme hin.“
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Andy gab seinen Kollegen ein Handzeichen, woraufhin Sie weiter zur Seite ausschwärmten und einen breiteren Bereich abdeckten. Langsam gingen sie durch das niedrige Buschwerk auf die Gebäude zu. Es waren noch mindestens 80 Meter zwischen ihnen und dem Komplex als sich im fahlen Morgenlicht die Haupttüre öffnete und ein Starfleet Sicherheitsoffizier mit Phaser in der einen Hand und Trikorder in der anderen auf die breite Treppe hinaustrat. Langsam schwenkte er den Trikorder umher und las dann die Werte ab, die auf dem Display erschienen. „Hallo, wer immer da draußen ist, wir haben Ihre Landung mitverfolgt, wenn Sie zur Sternenflotte gehören geben Sie sich bitte zu erkennen.“ Andy Duke blickte zu Jefferson und drückte seine Hand noch fester um den Griff seines Phasergewehrs, „Ich rate zur Vorsicht, das könnte auch eine Falle sein.“ Jaqueline nickte, sie blieb in Deckung und rief zu dem Mann auf der Treppe: „Merlin hat schon seit über einer Woche nichts mehr von Ihnen gehört, ist Ihre Kommunikation ausgefallen?“ fragte sie. „Nein, unsere Kom-Verbindung wird durch ein Störfeld überlagert, aber die Mitglieder des Zentralen Rates Erek Kanor, Timor Ballat und Simas wollten die Station besuchen und Commander Graves informieren, dass hier alles OK ist. Wir haben einen Angriff auf die Station verfolgt, hoffentlich haben Sie es noch rechtzeitig geschafft.“ Andy und Jaqueline erhoben sich und gingen langsam auf die Station zu. Inzwischen hatten sich hinter dem Sicherheitsoffizier einige Wissenschaftler in der Tür versammelt und als der Offizier die Uniformen der Sternenflotte erkannte, ließ er seine Waffe sinken. Alle waren erleichtert, die Situation hatte sich tatsächlich als ungefährlich herausgestellt, Jefferson machte sich sofort daran, die Kommunikation über die Lichtsignale zu programmieren. Da die Station keine Positionsleuchten besaß, musste eine eigens hierfür von der Alexandria mitgebrachte Lichteinheit auf dem Dach des Hauptgebäudes installiert werden. Noch bevor der Tag das Tal vollends erreicht hatte war die Kommunikation mit Merlin und der Alexandria wiederhergestellt.
* * * Van Dyke stand an der Wissenschafts Station im hinteren Bereich der Brücke und analysierte die Sensorendaten als Jaqueline Jefferson hinter ihn trat. „Commander, ich komme gerade aus dem Maschinenraum, Lieutenant van Holt konnte die Harmoniefrequenz des Störfeldes isolieren. Wenn wir einen negativ geladenen Subraumstrahl in gleicher Frequenz aussenden, können wir das Kraftfeld neutralisieren. damit können wir unsere Kommunikation dann wieder aufnehmen.“ Van Dyke blickte der jungen Frau in die Augen und erkannte den Stolz und die Freude darin, die Ihm verriet, dass diese Frau sich mit ihrer Arbeit vollends identifizierte. So ausgelassen wie er sie auf dem Empfang für die Ratsmitglieder erlebt hatte, so energiegeladen machte sie sich über jede neue Aufgabe her, immer bestrebt das bestmögliche Resultat zu erzielen. „Sehr gut Commander, aber diesen Vorsprung wollen wir jetzt noch nicht verraten indem wir die normale Kommunikation aufnehmen. Sollen die ruhig glauben, dass keine Kom-Verbindung zustandekommt. Ich bin mir sicher, dass die Rebellen auch unsere kleine Morse-Lichtshow noch nicht durchschaut haben. Die Harmoniefrequenz könnte uns aber die Möglichkeit geben, die Energiequelle ihres Störfeldes zu lokalisieren und dieses auszuschalten. Lassen Sie Lt. Commander Sermin und Lock gleich mit dieser Aufgabe beginnen, je schneller wir dieses Feld loswerden, umso besser für uns. Machen Sie erst einmal eine Mittagspause und danach nehmen Sie Ihr Team und auch die zweite Gruppe. Wir müssen noch den Beobachtungsposten auf Arlat 4 prüfen, Wollen wir hoffen, dass auch dort nur das Störfeld die Verbindung unterbrochen hat. Melden Sie sich bei mir wenn Sie einsatzbereit sind.“ damit wandte er sich wieder seinen Aufzeichnungen zu.
J.J. hatte gehofft, dass der neue erste Offizier nicht gleich die Erkundung des Mondpostens anordnen würde. Sie hatte sich mit den anderen Crewmitgliedern in der Offiziersmesse verabredet. Als sich die Tür vor ihr öffnete und den Blick in den zweckmäßig eingerichteten Raum freigab kam ihr auch schon van Holt entgegen. „Und was hat der Captain zu unserer Entdeckung gesagt?“ fragte er gespannt und seine Nervosität war deutlich an seinen Händen abzulesen, die er sich ungeduldig rieb. „Ich war nicht beim Captain, aber unser neuer Erster ist ganz zufrieden mit uns.“ antwortete sie und wusste in diesem Moment selbst nicht ob sie sich über die kurze aber positive Antwort von van Dyke freuen sollte oder nicht. Van Holt ließ den Kopf ein wenig sinken, er hatte natürlich mit einer ungleich besseren Antwort gerechnet, schließlich hatte er sich den ganzen Vormittag Formeln, Simulationen und tangentiale Frequenzüberlagerungen um die Ohren gehauen. Für Jefferson war ein anderer Aspekt am neuen ersten Offizier viel eindrucksvoller gewesen. Immerhin hatte er erkannt, dass jetzt Mittagszeit war, eine deutliche Verbesserung zu David Robinson, der sich nie darum geschert hatte, welche Tages- oder Nachtzeit gerade war, selbst wenn er sie nur wegen einer Lappalie zum Dienst zitierte. Bei dieser Gelegenheit fiel ihr wieder ein, wie van Dyke ihr beim präparieren der Sonde vor drei Tagen ganz selbstverständlich geholfen und sogar daran gedacht hatte, die ihr unbekannten Informationen von Lieutenant Carter mitzubringen, damit sie vor den anderen nicht dumm dastand. Sie verzeichnete diese Tatsachen als Pluspunkte für ihn und beschloss ihn bei passender Gelegenheit einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Sie trat vor den Replikator gab ihren Speisewunsch ein und nachdem sich das Tablett mit der Suppe dem Hauptgericht und einer äußerst süßen Nachspeise materialisiert hatte ging sie vorbei an den beiden Tischen, an denen gerade die Schulungsteilnehmer der Astro-Kartographie saßen, zu Andy Duke und van Holt, die zusammen mit Jadzia Lansu und Olivia Harris an einem großen runden Tisch Platz genommen hatten. Noch bevor sich Jaqueline gesetzt hatte platzte es aus Jadzia heraus: „Ich kann gar nicht verstehen, dass unser Neuer nicht die Landegruppe anführen wollte. Die oberen Zehntausend können sich doch sonst nicht zurückhalten, wenn es darum geht Lorbeeren einzuheimsen...“ Jan van Holt nickte zustimmend, „...David Robinson hat sich jedenfalls keine Gelegenheit entgehen lassen, bei der er sich eine gute Beurteilung versprochen hat, und auch der Captain hat lieber das Zepter selbst in der Hand.“ fuhr sie voller Enthusiasmus fort. „Der hat momentan ganz andere Prioritäten...“ erwiderte Harris, “...hast Du seinen Blick bei dem Empfang gesehen? Ich glaube da hat was zwischen Ihm und der Kanzlerin gefunkt. Komisch, ich dachte bislang immer er sei ein Einzelgänger, ein alter grauer Wolf, der durch sein Revier streift und niemanden in seiner Nähe duldet.“ Jadzia verzog das Gesicht zu einer steinernen Grimasse und imitierte die bei solchen Anlässen immer etwas steif wirkende Stimme Wiklands. „Die Kanzlerin der südlichen Hemisphäre, welch ein wertvoller Gewinn für die Föderation.“ Das ganze ergänzte sie noch mit einigen typischen Handbewegungen was dazu führte, dass van Holt fast den Löffel verschluckte, so grotesk wirkte die übertriebene Darstellung. „Nun kriegt euch mal wieder ein. Was der Captain tut oder lässt ist allein seine Sache. Ihr seid doch nur neidisch weil keine von euch die Auserwählte ist. Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass sich da was ernsthaftes entwickelt.“ mischte sich Andy Duke ein, der den banalen und überzogenen Humor nicht leiden konnte. „Lass’ Ihnen doch ihren Spaß...“ sagte Jaqueline und begann damit das tentarische Huhn zu zerlegen, welches vor Ihr auf dem Teller lag. * * * „Commander K’Orak erstellen Sie einen kompletten Scan des Monds, ich möchte wissen was dort auf uns wartet. Lieutenant Carah, versuchen Sie weiter mit unserer Lichtkommunikation eine Verbindung mit der Mondbasis aufzubauen, zur Not senden Sie einige Morsezeichen, auch wenn diese Art der Kommunikation nicht mehr zu den aktiven Sprachen zählt, so kennt Sie doch jeder Absolvent der Sternenflotten-Akademie.“ Van Dyke wanderte auf der Brücke umher wie ein Tiger auf der Jagd. Er pendelte ständig von einem Kontrollpaneel zum anderen rief Daten ab und machte sich Notizen auf seinem PADD, welches er bereits seit dem frühen Morgen mit sich herumtrug und das er bis jetzt nicht ein einziges Mal aus der Hand gelegt hatte. „Brücke an Lt. Commander Lock...“ van Dyke schaute auf das Display in seiner Hand auf dem die Auswertungen der Abtastungsergebnisse abgebildet waren. Hinter der Eintragung ‘Antriebsenergiespuren’ schloss sich in roter Schrift ‘keine verwertbaren Angaben’ an. „Hier Lock, was gibt’s Commander?“ kam die leicht näselnde Stimme des Benziten aus dem Audiosystem. „Ich weiß, das ich Ihnen vorhin schon eine wichtige Aufgabe übertragen habe, die Ihren vollen Einsatz fordert, aber ich möchte unbedingt in Erfahrung bringen, wohin sich die Rebellen nach dem Angriff zurückgezogen haben, bisher waren alle Suchscans ergebnislos. Wenn Sie den Standort des Störsignals gefunden haben, möchte ich, dass Sie sich mit dieser Aufgabe befassen. Ich will nicht, dass unser Landeteam in einen Hinterhalt fliegt. Sie werden dadurch etwas zu spät zum Mittagessen kommen, aber ich werde Sie persönlich beim Koch entschuldigen.“ Alleine diese Bemerkung zeichnete ein Lächeln auf das Gesicht des Benziten und die Brückencrew wechselte einige vielsagende Blicke. Natürlich bezogen alle an Bord der Alexandria, bis auf Tara Anu’U, ihre Mahlzeiten aus dem Replikator. Stolz gab Lock den derzeitigen Status seiner Arbeit an den Commander durch, „Wir haben den Standort des Senders schon auf 200 Quadratkilometer begrenzt und die genaue Position sollte in wenigen Minuten feststehen, wir werden dann eine Sonde starten, um genaue Aufnahmen der Geländeformation zu machen. Danach können wir sofort mit dem Scan nach den Rebellen beginnen.“ Van Dyke nickte zufrieden „Gut Commander, ich erwarte Ihren Bericht, vielen Dank. Van Dyke Ende.“
K’Orak stand in seiner seitlich geschnürten ledernen Hose und der Jacke der Sternenflotte vor van Dyke, der sich angesichts dieses Musters sehr beherrschen musste um nicht laut zu lachen. Obwohl er Ihn schon oft in dieser Kluft gesehen hatte wirkte sie heute besonders absonderlich. Der Klingone hielt ihm wortlos ein PADD entgegen und nahm die typische klingonische Haltung an, welche den Gegner durch die Demonstration körperliche Stärke einschüchtern sollte. Er wusste, das die Angaben bei van Dyke keine Freude auslösen würden wollte es jedoch nicht dazu kommen lassen, dass dieses Ergebnis seine Ehre schmälerte. Für Ihn war es eine Erniedrigung sich einem gleichrangigen Menschen unterordnen zu müssen, noch dazu wo dieser gerade erst an Bord gekommen war. Auf einem klingonischen Schiff müsste van Dyke die Rechte des Dienstälteren respektieren und dafür würde K’Orak schon sorgen - soviel war sicher - jedenfalls wenn sie auf einem klingonischen Schiff wären. Bedauerlicherweise befand sich K’Orak aber als einziger Klingone auf einem Föderationsschiff und musste sich somit seiner Rolle als Austauschoffizier fügen. Van Dyke prüfte die Angaben und blickte den Klingonen fest an. „Sind sie sicher, dass hier auch kein Irrtum vorliegt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Station auf ARLAT 4 verlassen sein soll.“ Die Antwort des Klingonen bestand nur aus einem tiefen Knurren und einer langsamen Bewegung seiner rechten Hand, die an die Stelle wanderte wo üblicherweise sein D’k-tahg Messer hing, womit für van Dyke klar war, dass an der Richtigkeit der Angaben kein Zweifel bestand. Den Daten zufolge war der Stützpunkt auf dem Mond verlassen, keine Lebenszeichen, keine Energiewerte, nicht einmal ein Hinweis auf das Shuttle, welches zum Transfer verwendet wurde. Für Roger van Dyke ein weiterer Grund die Mission so bald als möglich zu Ende zu bringen. Er aktivierte seinen Kommunikator: „Lt. Commander Jefferson, wie weit sind Sie mit der Vorbereitung der Shuttles? Ich möchte die Aktion so bald als möglich durchführen. Die Daten, die wir von dem Mond erhalten haben sind mehr als beunruhigend.“ Jaqueline Jefferson hatte sich so etwas schon gedacht und hatte nach dem Essen alle zur Eile angespornt. „Unser Shuttle kann in wenigen Minuten starten Commander. Die Sicherheitscrew hat das zweite Shuttle bereits besetzt und macht gerade den Systemcheck.“ Gab sie dem Commander zurück. „In Ordnung, Wir werden Ihnen die Amazonas als Begleitschutz mitgeben, ich habe ein ungutes Gefühl in der Magengegend und das ist meist ein sicherer Kompass für unerwartete Schwierigkeiten.“ antwortete van Dyke. „Verstehe, wir sind in fünf Minuten startklar Commander.“ Van Dyke tippte auf seinem PADD herum und las noch einmal die Daten des Scans ab. „Ich schicke Ihnen die Daten unserer Sensorenabtastung auf den Shuttlecomputer. Denken Sie an Ihre Sicherheit, wenn alles klappt gebe ich heute Abend einen aus.“ Scherzte van Dyke. „Na dann stellen Sie schon mal die Flaschen kalt Commander.“ antwortete Jaqueline und stieg lächelnd in Ihr Shuttle, wo Jadzia schon den Antrieb prüfte und mit der Vorstartsequenz begonnen hatte.
* * * Die beiden Shuttles und das Runabout flogen in enger Formation auf den Mond zu, der langsam seine Bahn um den Planeten zog. Seine sandgelbe Oberfläche schimmerte im Licht der Sonne wie ein goldenes Seidentuch, welches den ganzen Mond umhüllte. Der Trabant war wenig mehr als eine Million Kilometer vom Planeten entfernt und hatte einen Durchmesser von zirka 15000 Kilometern. Ähnlich wie der Erdmond besaß er keine Eigenrotation und hatte eine fest dem Planeten zugewandte Seite. Er verfügte über eine dünne Atmosphäre, die jedoch nicht ausreichte um ohne Sauerstoffgeräte zu atmen und war bedeckt von einer kargen Vegetation. Die wenigen Pflanzen existierten von der hohen Luftfeuchtigkeit, die dort herrschte. Es gab hier keine Ozeane und nur an wenigen Stellen bildeten sich in den Dunkelphasen durch Niederschläge kleine Seen, die jedoch bei Sonneneinstrahlung schnell wieder verdunsteten. Mit allergrösster Sorgfalt steuerte J.J. das kleine Schiff auf den gelben Trabanten zu, s ändig mit einem Auge auf den Scannern, die den Sektor auf gegnerische Schiffe abtastete. Die Spannung in der kleinen Kabine war drastisch angestiegen, nachdem Jaqueline die anderen über die Ergebnisse des Suchscans informiert hatte. Keiner traute sich zu sprechen und so glitten die drei Beiboote der Alexandria langsam durch die dünne Atmosphäre des Mondes. Die Shuttles überflogen die Gebirgskette, die sich wie eine Schlange entlang des Äquators rund um den Mond zog. Auf einem Hochplateau kam dann die kleine Beobachtungsstation ins Blickfeld. Sie bestand aus fünf Modulen, die um einen Runden Turm sternförmig angeordnet waren. auf dem Turm war eine große gläserne Kuppel angebracht, die das Magnaton-Teleskop beherbergte, mit dem die Astrobeobachtungen durchgeführt wurden. In der Station herrschte völliger Dunkelheit. Von einem der Module ging ein Korridor zu einem Hangar in dem zwei kleine Shuttles Platz finden konnten - er war leer. Die Sam und die Piggy setzten sanft im Hangar auf, während die Amazonas in voller Bereitschaft über dem Komplex kreiste. Die Sensoren des Hangars reagierten nicht auf die Landung. Jaqueline aktivierte die Kommandoüberbrückung und versuchte die Systeme per Fernsteuerung zu bedienen, aber nichts passierte. „Möglicherweise ist die gesamte Energie inklusive Notenergie ausgefallen oder abgeschaltet worden. Wir müssen erst mal für entsprechend Saft auf den Leitungen sorgen“ sagte Jadzia, die sich neben Jaqueline auf dem Sitz niedergelassen hatte. Sie aktivierte den Traktoremitter und übertrug einen kalibrierten Energiestrahl an die Konsolen. Langsam erwachte der Hangar zum Leben. Erst blitzten die Displays der Bedieneinheiten auf und dann begann die Hangarbeleuchtung erst nur langsam zu glimmen aber nach wenigen Sekunden doch hell aufzuleuchten. Als erstes versiegelte Jefferson den Eingang und flutete dann den Hangar mit Atemluft. Sie öffneten die Einstiege der Shuttles und noch bevor die Klappe Ihres Shuttles den Boden berührt hatte sah sie schon die Sicherheitsleute von Andy Duke auf die Türe zum Korridor zuhasten und in Stellung gehen. Mit einer kurzen Handbewegung bedeutete Andy dem anderen Team zunächst im Shuttle zu bleiben. Mittels eines Entkopplers löste Andy die Türverriegelung und schob das Türblatt zur Seite. Der Geruch von verbrannten Kabeln drang in seine Nase und ein zweiter süßlicher Duft erzeugte ein merkwürdiges Kribbeln in der Nase. Die Ursache hierfür blieb nicht lange verborgen. Bereits nach wenigen Metern stießen Sie auf die Leiche eines Wissenschaftlers, der mit einem Phaser unter hoher Energie niedergestreckt worden war. Andy wendete sich angewidert ab. Der Körper zeigte bereits deutliche Anzeichen von Verwesung, was auch für den beißenden Geruch verantwortlich war, der hier direkt neben der Leiche noch viel intensiver war. Inzwischen waren Jadzia, Jaqueline und Olivia Harris durch die Tür gestiegen und richteten Ihre Trikorder auf den toten Offizier. Andy Duke gab kurze Anweisungen und verteilte seine Leute in dem Komplex. Im Energiezentrum, der Küche und dem Kartenraum wurden sechs weitere Leichen aufgefunden, alle waren wohl durch ein Enterkommando bei der Arbeit überrascht worden, aber es sah nicht nach einem Kampf aus, eher nach einer Hinrichtung. Im oberen Bereich der großen Kuppel auf dem Bedienungsplatz des Teleskops, welches auf einem Drehschemel montiert und nur durch eine Leiter erreichbar war, fanden sie den diensthabenden Offizier der Station. Der Wissenschaftler war anscheinend schwer verletzt worden, hatte sich aber noch bis zu diesem Platz geschleppt bevor er starb. Er hatte eine tiefe Schnittwunde an seiner rechten Seite über die er viel Blut verloren hatte. Die Finger seiner rechten Hand umklammerten noch immer die manuelle Justierung des Teleskops und unter seiner Hand blinkte eine Anzeige auf. Allem Anschein nach eine Uhr, die beim Abschalten der Energie stehengeblieben war. Jetzt, nachdem die Chefingenieurin die Notenergie hochgefahren hatte zeigte sie noch immer das Datum sowie den Wochentag Donnerstag und 14:15 Uhr an.
Jadzia Lansu war gerade dabei mit Ihrem Trikorder die genaue Todeszeit des Mannes am Teleskop festzustellen, als einer der Sicherheitsleute nach Ihr rief: „Lt. Commander, kommen Sie - schnell.“ Mit einem Satz hatte Sie den Drehschemel des Teleskops verlassen und mit wenigen Schritten die Treppe hinter sich gelassen. Sie stürmte in die Richtung des Sicherheitsoffiziers, der wild mit den Armen herumfuchtelte und auf einen der privaten Räume deutete. Jadzia rannte hinein und wenige Schritte hinter Ihr erreichte auch Olivia Harris mit dem Medokit den Raum. Neben dem Bett lag eine Frau in zerrissener Zivilkleidung am Boden, total zusammengekrümmt und teilweise mit dem Bettuch bedeckt. Jadzia scannte sie mit ihrem Tricorder konnte aber keine Lebenszeichen mehr erkennen. Im Gegensatz zu den anderen hatte man sie nicht mit Energiewaffen oder Messern getötet, sondern eher mit roher Gewalt durch Tritte und Stockschläge zu Tode gebracht. Darauf deuteten jedenfalls die Hämatome hin, die auf der bloßen Haut zu sehen waren. Den Daten des Tricorders zufolge musste sie wohl an inneren Blutungen gestorben sein. Sie drehte die Frau auf den Rücken und erstarrte vor Schreck.
* * * Captain Wikland beendete seine Schiffsführung auf der Brücke. Er hatte sich den ganzen Vormittag Zeit genommen um den Repräsentanten von Sakras 5 das Schiff und alle Einrichtungen zu zeigen und zu erklären. Nachdem er die Stationen der Brücke erläutert hatte bedankte er sich bei seinen Gästen für Ihr Interesse und übergab sie in die Obhut von Alisha, welche die Gäste wieder zu Ihren Quartieren begleitete. Entspannt und gut gelaunt ging er auf van Dyke zu, der gerade die neuesten Scans begutachtete, die Ihm Lt. Commander Lock auf die Science Station übertragen hatte. „Nun Commander, wie ich gehört habe gibt es gute Neuigkeiten von der Bodenstation.“ er blickte seinen ersten Offizier fragend an. „Richtig Captain, alle sind wohlauf, die Funkstille war Gott sei dank nur auf das Störfeld zurückzuführen.“ Wikland sah ihm über die Schulter und fragte dann: „Gibt es schon Nachricht von dem Beobachtungsposten auf dem Mond?“ Der Captain schien dieser ersten guten Nachricht ehrlich besorgt zu sein. „Noch nicht Sir, aber ich erwarte jeden Moment einen Bericht. Die Teams müssten inzwischen Kontakt hergestellt haben. Die Amazonas meldete gerade, dass die Teams im Inneren der Station tätig sind.“ Wikland nahm auf seinem Sessel Platz. Auf dem Hauptschirm waren die Station Merlin und Sakras 5 zu sehen und auf der Brücke herrschte eine eifrige Betriebsamkeit. K’Orak bediente die Sensorenphalanxen und versuchte mit neuen Scans bessere Informationen über den auf dem Mond gelegenen Beobachtungsposten zu erlangen, während Ran Byrell an der taktischen Station neue Kampfsimulationen prüfte und den nötigen Aufwand mit dem zu erwartenden Resultat verglich. Aufgrund der geringen Effizienz hatte er gleich zu Beginn zwei seiner neuen Ideen verworfen. Ein anderer Einfall, der ihm beim Kampftraining mit Commander Lock am vergangenen Abend plötzlich in aller Klarheit in den Kopf geschossen war hatte er noch am selben Abend im Computersystem programmiert und dieser hatte gerade gegen die drei schwierigsten Angriffssimulationen der Sternenflotte bestanden. Carah Pehl an der Kommunikationskonsole drehte sich zum Captain um, „Captain, das Außenteam meldet sich gerade, es ist Jadzia Lansu, die Leiterin des Rescue Teams.“ Wikland fuhr sich mit der rechten Hand durch die Haare und sagte dann: „Stellen Sie den Ruf durch!“ Ein kurzes Krächzen im Audiosystem zeugte davon, dass die Abstimmung der Filter für die Lichtkommunikation eine schwere Aufgabe war, die ein großes Maß an Fingerspitzengefühl erforderte. Carah Pehl hatte mit einer blitzschnellen Sequenz auf den Sensorflächen Ihrer Station die korrekte Einstellung gefunden. „Wir haben die Beobachtungsstation erreicht und gesichert. Leider mussten wir feststellen, dass wir deutlich zu spät gekommen sind. Wir haben nur noch Leichen vorgefunden. Dem Zustand der Körper zufolge sind Sie bereits verstorben, bevor die Alexandria in diesem System eingetroffen ist. Alles deutet auf einen bewaffneten Überfall hin, der für die Crew völlig überraschend gekommen sein muss. Sie hatten keine Chance zur Gegenwehr. Die Angreifer haben die gesamte Datenbank vernichtet, und einige Einrichtungsgegenstände zerstört. Anscheinend haben Sie sich viel Zeit gelassen.“ Die Nachricht rief blankes Entsetzen bei der Brückencrew der Alexandria hervor. Die Hände des Captains griffen etwas fester um die Lehnen seines Sessels. Die Offiziere auf der Brücke senkten die Köpfe und dachten an die Mitglieder des Beobachtungspostens, die ebenfalls Angehörige der Sternenflotte waren und hier im Dienste der Wissenschaft Ihr Leben lassen mussten. So sinnlos wie es schien, denn außer dem Shuttle, von dem jede Spur fehlte, gab es keine wichtigen Apparaturen oder wertvolle Gegenstände auf der Station. Bis zuletzt hatte man gehofft, die Crew hätte sich mit dem Shuttle möglicherweise in Sicherheit bringen können, und so schmerzte die neue Erkenntnis umso mehr. Wiklands Gesichtszüge wirkten tiefer als noch vor wenigen Minuten, auf seiner Stirn bildeten sich ärgerliche Falten und mit einem grimmigen Blick sowie einer belegten Stimme richtete er sich an Jadzia. „Gibt es irgendwelche Erkenntnisse, wer den Überfall verübt haben könnte?“
„Nein Captain, die Mitglieder der Station wurden alle auf unterschiedliche Weise getötet, vom Starfleet Phaser, über romulanische Disruptoren bis hin zum klingonischen Jagdmesser wurde alles eingesetzt.“ Van Dyke war vorgetreten und stand nun neben dem Captain, der sich in seinem Sessel aufgerichtet hatte. „Klingt für mich stark nach der Splittergruppe, die Merlin angegriffen hat, die hatten auch so viele verschiedene Schiffe und unterschiedliche Technologien, anscheinend von verschiedenen Rassen zusammengeklaute oder über Schieberbanden gekaufte Teile.“ bemerkte van Dyke.
Aus dem Audiosystem war wieder die Stimme von Jadzia Lansu zu vernehmen, die Ihrem Bericht noch einen wesentlichen Punkt hinzuzufügen hatte. „Captain, unter den Leichen ist auch eine Zivilistin von Sakras 5. Sie war...“ Sie wollte den Satz nicht zu Ende sprechen. Verdammt, sie wusste, dass diese Information beim Captain mit hoher Wahrscheinlichkeit heftige Reaktionen auslösen könnte und verfluchte sich insgeheim dafür, dass sie nicht einfach nur die Anzahl der Opfer durchgegeben hatte. „Was ist mit ihr Lt. Commander?“ fragte Wikland fordernd und wartete ungeduldig auf die Anwort. Jetzt blieb ihr nichts anderes übrig als dem Captain die grausame Wahrheit mitzuteilen. Jadzia nahm alle Kraft zusammen und sagte dann mit fester Stimme „...sie war schwanger Captain, den Daten zufolge zirka Ende des 7. Monats. Sie wurde im Gegensatz zu den Besatzungsmitgliedern nicht einfach hingerichtet sondern durch extreme Misshandlung zu Tode gefoltert.“
In Wiklands Kopf flammten Bilder aus der Vergangenheit wieder auf. Parallelen bildeten sich zu einer Zeit, in der er die Sternenflotte nur aus Büchern und Berichten kannte. Seine junge schwangere Frau, die schwer verletzt im Wohnraum seines Hauses lag und deren Leben er trotz aller Anstrengungen nicht mehr retten konnte. In wilder Entschlossenheit sprang er aus seinem Stuhl auf, diese Meuchelmörder durften nicht ungestraft davon kommen, schoss es ihm durch den Kopf. Seine Augen blitzen auf wie kalter Stahl und alle Muskeln seines Körpers waren voll gespannt. Jeder auf der Brücke hatte das Gefühl, dass er, wenn er sich dem Captain jetzt auf weniger als einen Meter näherte allein durch dessen Ausstrahlung verbrennen würde.
Für Wikland war klar, dass nur die Mitglieder der Splittergruppe für diesen verabscheuungswürdigen Anschlag verantwortlich sein konnten. Wie hatte der Mann auf der gegnerischen Brücke zu Ende des Kampfes doch gleich gesagt, „...Wenn es nötig ist, werden wir auch Sie überwältigen...“ Wikland begriff, dass diese Extremisten vor nichts halt machen würden und langsam konnte er die Probleme der zentralen Regierung nachvollziehen, die der Gewalt nichts entgegenzusetzen hatte. Was ihn aber am meisten schmerzte war die Erkenntnis, dass wieder einmal Angehörige der Sternenflotte als Opfer zu beklagen waren und das weitaus schlimmere, dass auch unschuldige Zivilisten und ungeborene Kinder unter den Ausschreitungen einer Gruppe dieses Volkes zu leiden hatten und ums Leben gekommen waren. Wiklands Wut brannte heiß in seinem ganzen Körper und seinen Entschluss diese Verbrecher jetzt sofort und auf der Stelle zur Strecke zu bringen konnte er nur noch mit äußerster Mühe verdrängen, aber aus seinem Gedächtnis löschen konnte er Ihn nicht. Er schwelte im Untergrund, bereit bei der nächsten Gelegenheit durchzubrechen und das gesamte todbringende Potential der Alexandria gegen die verhassten Rebellen zu schleudern.
„Lock an Commander van Dyke...“ die Stimme des Benziten zerriß die Spannung wie einen Vorhang. Erst jetzt fiel van Dyke auf, dass auf der Brücke totale Stille eingekehrt war und die Crewmitglieder wie gelähmt an ihren Stationen saßen. Keiner hatte gewagt sich zu bewegen oder etwas zu sagen. Die Meldung von Lock riss sie aus ihrer Lethargie und sie nahmen langsam wieder ihre Arbeit auf. „Van Dyke hier, wie sieht es aus?“ Die näselnde Stimme des Benziten klang ungeduldig und voller Stolz und war angesichts der eben gewonnenen Erkenntnisse irgendwie fehl am Platze. „Wir konnten den genauen Standpunkt des Störsignals festlegen. es wird auf einer Insel in der Nähe der nördlichen Hauptstadt erzeugt. Es sind keine Gebäude in der Nähe auszumachen und auch die Tiefenscans haben keine Hinweise auf eine Basis gegeben.“ Es dauerte einige Sekunden bis van Dyke in der Lage war sich wieder voll zu konzentrieren. „Können wir die Antenne oder den Emitter zerstören?“ Das Zögern in van Dyke’s Stimme und auch das Fehlen des noch vor einer Stunde anklingenden Humors zeigten Lock, das irgend etwas nicht stimmte. Er wollte nachfragen, entschied sich dann jedoch dazu zunächst seine Ergebnisse weiterzugeben. Die Fakten die er zusammengetragen hatte überraschten alle. „Das halte ich für unmöglich Sir, es sei denn Sie wollen den Planeten seiner gesamten Wasservorkommen berauben. Die Rebellen haben nämlich eine Möglichkeit gefunden die Meere als Emitter für das Störfeld zu verwenden, so dass es auf dem Planeten keinen toten Winkel gibt und sowohl die Tag- als auch die Nachtseite abgedeckt ist. Die Energieanlage ist durch eine mehrfache Duraniumpanzerungen abgedeckt, da kommen wir selbst mit unseren Phasern nicht durch. Einzige Möglichkeit ist eine Erkundung und möglicherweise spätere Zerstörung durch ein Einsatzkommando.“
„Gut gemacht Lt. Commander, wir werden prüfen ob wir ein Landeteam zusammenstellen um den Sender auszuschalten. Versuchen Sie jetzt den Fluchtpunkt der gegnerischen Flotte festzustellen, die können sich ja nicht in Luft aufgelöst haben. Die Ergebnisse und Suchkriterien der vorangegangenen Untersuchungen finden Sie im Schiffscomputer.“ erwiderte van Dyke und beendete die Verbindung.
Der Captain hatte sich mittlerweile in seinen Bereitschaftsraum zurückgezogen und versuchte seine aufgewühlten Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. Er hatte van Dyke damit beauftragt die Energiequelle für das Störfeld durch einen Erkundungstrupp zu erforschen und Informationen für eine mögliche Ausschaltung zu sammeln. Jetzt war der Punkt gekommen, da er sich auf seinen ersten Offizier verlassen musste. Er war jetzt nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen und war sich sicher, dass sein Platz momentan nicht auf der Brücke war. Es war nicht gut, wenn der Captain vor seiner Mannschaft derartige Schwächen offenbarte.Ruhelos ging Wikland in seinem Raum auf und ab. Die Bilder aus der Vergangenheit tauchten immer wieder vor seinem geistigen Auge auf und es wollte ihm nicht gelingen sie zur Seite zu schieben. Er trat an den Replikator bestellte irgendein Getränk, kippte es rastlos in sich hinein und ließ sich dann auf der Sitzgruppe nieder. Die Tour mit den Würdenträgern des zentralen Rates hatte an seinen Kräften gezehrt. Nach und nach fiel die Anspannung von ihm ab und sein Körper fand langsam einen ruhigeren Rhythmus. Obwohl er nicht das Gefühl hatte müde zu sein, ließ er es zu, dass sich seine Augen nach einigen Minuten schlossen. Durch die Dunkelheit stieg langsam die Wärme in seinem Körper auf, welche ihn einhüllte und in einen wohltuenden Schlaf sinken ließ.
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